Wie bleibt unser Gesundheitssystem finanzierbar? Status quo und Reformoptionen

Zusammenfassung des FISK-Workshops vom 24. September 2025

Der FISK-Workshop vom 24. September 2025 widmete sich der Frage, wie die Finanzierbarkeit des österreichischen Gesundheitssystems langfristig gesichert werden kann. Aufgrund der demografischen Alterung, steigender Stückkosten und begrenzter Einnahmen steht das System vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Zielsteuerung Gesundheit konnte die Ausgabenquote bislang nicht stabilisieren, während sich die Finanzierungslast zunehmend zu Ländern und Gemeinden verschiebt. Der Workshop identifizierte Reformoptionen in den Bereichen Finanzierung, Versorgungsstruktur, Digitalisierung und Personalpolitik, um Effizienz, Steuerbarkeit und Qualität zu verbessern. Zentrale Ansätze sind eine Entflechtung der Zuständigkeiten, der Ausbau der Primärversorgung, eine stärkere Digitalisierung sowie die Fokussierung auf Prävention und evidenzbasierte Steuerung.

  • Wachsender Finanzierungsdruck: Die Gesundheitsausgaben steigen laut Fiskalrat von 7,7% des BIP (2023) auf 8,9% des BIP (2040). Auch langfristig bleibt diese Dynamik ungebrochen. Haupttreiber sind Alterung, technologischer Fortschritt und steigende Personalkosten.
  • Unzureichende Eindämmung der Ausgaben im Gesundheitsbereich: Der Zielsteuerungsvertrag-Gesundheit 2024–2028 erlaubt weiter steigende Ausgabenquoten und verfehlt das Ziel der Stabilisierung der Gesundheitsausgaben in Prozent des BIP deutlich.
  • Das österreichische Gesundheitssystem ist geprägt von ineffizienten, fragmentierten Zuständigkeiten, Finanzierungsstrukturen, Datenaustauschprozessen und einer mangelhaften Patientenlenkung. Die Finanzierungslast wird zunehmend auf Länder und Gemeinden verlagert.
  • Vielzahl von Reformoptionen und Zukunftsstrategien sind verfügbar: Vorgeschlagen wurden u. a. Entflechtung der Finanzierungsverantwortung, Umsetzung konsequenter Patientenlenkung: digital vor ambulant vor stationär, effiziente Ressourcensteuerung, evidenzbasierter, abgegrenzter Leistungsumfang und Fokus auf Prävention.

 

Publikationsjahr: 2025
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